25.03.2023, 00:46
Von schönen Dingen
am 01.01.1970
Ein Sommertag brach an, das Licht der Sonne schien hinein und streichelte ihre zierliche, bleiche Haut. Sie lag noch im schönen Bett, wo weiche Felle sie umsäumten und schon mit ihrer feinen Nase feststellen konnte, dass der warme Regen des Himmels aufbald fallen würde. Sie musste sich darauf vorbereiten den Göttern zu huldigen, sodass reichlich Wasser fiel und die Muttererde speiste. Sie richtete sich daher auf, zog sich eine einfache Gewandung an, die ihr genügend Beinfreiheit gab und sie sich zunächst etwas erquickendes zu Trinken genehmigte. Sie musste darüber nachdenken, dass sie die neue Priesterin und Oberste war, die mit magischen Heilgaben gesegnet war. Runa hatte keine Eltern mehr, jedoch empfand sie den Stamm als ihre Familie und wurde nicht umsonst "Mutter" genannt, auch wenn sie selbst keinerlei Kind unter ihrem Herzen trug. Es schüchterte sie eben etwas ein, wenn so viele versuchten ihr Herz zu erringen, dabei hatte sie ihre Wahl schon längst getroffen, nur wollte sie sein vollkommenes Vertrauen und sein ganzes Herz für sich erringen. Deshalb lehnte sie auch jegliche Geschenke ab, auch die von ihrer heimlichen Liebe, die sie schon von der Ferne aus schon sah. Was für ein Mann... ein anmutiger, starker und wilder Mann, der schon viele Winter hinter sich gebracht hatte und viele Schlachten gefochten. Zu oft musste sie ihn vor dem eisigen Griff des Todes retten, wenn er es mal wieder übertrieben hatte. Er war ein Narr, da er leichtsinnig und manchmal sehr direkt Situationen anging - ob es denjenigen passte oder nicht. Er kam schließlich herbei und ein charmantes, süßliches Lächeln spiegelte sich auf ihren vollen, beinah unschuldigen Lippen, wenngleich ihre Worte weniger schüchtern klangen.
"Berechnend? Du bist sehr hartnäckig und ehrgeizig..." Sagte sie sanft und legte eine Hand unter seinem Kinn um ihn anzuschauen. Er sah so schön aus, vor allem seine grauen Augen, ließen sie innerlich nervös werden, doch versuchte sie es sich nicht anzumerken.
"Ich würde gerne wissen, wieso du so hartnäckig bist..." Betonte sie und biss sich auf die Unterlippe, drehte sich mit einem gespielten Lächeln um und goss sich und natürlich ihren herzersehnten Gast Wasser ein:
"Ist es wegen meiner Unschuld? Meines jungen festen Fleisches? Oder... versuchst du tatsächlich mein Herz zu erringen?" Sie drehte sich wieder um und reichte ihn einen Holzkelch, mit frischen, klaren Wasser und sie sah ihn neugierig an, was er antworten wollen würde. Er wusste, dass sie stark war, aber auf eine andere Art und Weise.

