04.07.2023, 12:56
Ein Ende ist ein Anfang ist ein Ende
Als der Blick des Älteren so kühl wurde, entsprach er viel eher dem, was Nathaniel hier erwartet hatte. Und irgendwie auch mehr dem, was er kannte. Er hörte ihm zu und verstand zumindest etwas besser, wie sie hier zusammen gelandet waren. „Okay“, gab er also zu verstehen und seufzte dann, ehe er wieder aufs Meer blickte. Gesellschaft leisten. Das würde er wohl hinbekommen, auch wenn das in seinen Augen gerade tatsächlich sehr nah dran war, einfach dekoratives Beiwerk zu sein. Aber vielleicht gab es hier wirklich irgendwelche Dinge, mit denen er sich beschäftigen konnte. Es fiel ihm nur schwer da an etwas zu denken, wenn sein gesamtes Leben bisher aus Arbeit bestanden hatte und genau das hier flach fiel. Natürlich war er erleichtert, dass er nicht mehr der Sklave seiner Eltern war und auch, dass Alex ihn nicht als solchen ansehen wollte, aber... trotzdem: Er brauchte etwas zu tun, sonst würde er eingehen. „Kann ich... auf meinem Balkon was anpflanzen, bitte?“, fragte er also vorsichtig und hoffte, dass er nicht wieder eine Abfuhr erhielt.
Erneut blickte er zum Wasser. „Gibt es einen Weg runter..? Eine Treppe..? Kann man irgendwie ans Wasser?“ Er konnte zwar nicht schwimmen, weil es ihm nie jemand beigebracht hatte, aber er wollte trotzdem gerne ins Wasser gehen. Er war noch nie im Meer gewesen. Dass er begann so früh seine Möglichkeiten auszulotsen, es glich wohl einem Wunder. Aber Alex hatte es hinbekommen, dass Nathaniel zumindest für den Moment sicher genug fühlte. Er traute dem Älteren noch nicht langfristig, konnte sich immer noch nicht vorstellen, dass er ewig Geduld mit ihm haben würde. Aber für den Moment glaubte er ihm, dass er gerade keine Gefahr für ihn darstellte.

