05.09.2023, 21:04
Kiss me on the mouth and set me free
Wie konnte es nur sein, dass er sich bei Alexanders so wohl fühlte, obwohl er ihn doch im Grunde kaum kannte. Wobei.. stimmte das überhaupt? Immerhin hatten sie seit einer geraumen Weile Kontakt. Sie schrieben sich, telefonierten, hatten Video Calls. Unzählige kleine, zumeist sündige, Sprachnachrichten hatte er ihm geschickt. Hatte ihm virtuell unzüchtige Dinge entgegen gesäuselt. Dinge, von denen er wusste, dass sie ankamen. Nicht weil er wirklich entsprechende Erfahrungen hatte, sondern weil die Männer, die seinen Webcam-Shows zusahen, ihm deutlich mitteilten, was gemeinhin gut ankam. War es da wichtig, dass sie sich gerade das erste Mal sahen? Spielte es überhaupt eine Rolle oder zählte letztendlich lediglich, dass er sich in den Händen des Älteren so sicher fühlte, wie noch nie zuvor?
Bei dem Kuss auf seine Mundwinkel wandte er leicht seinen Kopf um Alexander richtig küssen zu können, rutschte ihm ein Stück entgegen. Nicht um ihn zu reizen, sondern weil er ihm einfach näher sein wollte. Seine Händen legten sich locker um den Nacken des Anderen, seine Stirn lehnte sich an die andere. „Okay“, sprach er dann leise, „aber... es ist okay, wenn du mehr willst als.. na ja... zu gucken.“ Immerhin hatte Alexander lang genug Zeit damit verbracht ihm zuzusehen ohne ihn wirklich berühren zu können. Natürlich war er übers alleinige zugucken gerade schon hinaus, aber bezahlt hatte er für deutlich mehr. Nathaniel wusste zu schätzen, dass er ihn nicht drängte, ihm Zeit ließ und zeitgleich wuchs seine Nervosität immer mehr. War es Nervosität oder Vorfreude? Wahrscheinlich beides – und ein wenig Angst war auch dabei, auch wenn er sich sicher war, dass das normal war und so sein musste. Bestimmt hatten alle vor dem ersten Mal Angst. Oder nicht?
Mit einem kleinen Lächeln sah er Alexander ins Gesicht, ehe er sich auf seinem Schoß etwas wandte um hinter sich an sein Glas greifen zu können. Er trank noch einen Schluck, sah dann fragend zum Älteren. „Möchtest du auch was? Trinken ist wichtig.“

