Kiss of Freedom and Trust
#4


Kiss of Freedom and Trust
   Fenris Everglade   Ivoire
am 15.08.1998


"Erzähle mir doch... etwas über deine Träume... ich höre dir gerne zu, das weißt du ja inzwischen." seine Frage ließ das Lächeln auf ihren Lippen ein wenig ins Stocken geraten, ihr schlanker Körper spannte sich an und sie entzog ihm ihre Hand. Ihr Blick richtete sich in die flackernden Flammen und ihre Lippen pressten sich zu einem schmalen Strich aufeinander als sie tief einatmete und die Augen schloss.
Ihre Träume, er wollte etwas über ihre Träume wissen, etwas davon hören, sie öffnete die Augen wieder und verschränkte die schlanken Hände in ihrem Schoß. Sie war darauf gedrillt worden jede noch so perverse Fantasie ihrer Kunden bereitwillig über sich ergehen zu lassen und am Ende noch zu Lächeln, bei alldem was sie hier jeden Tag tat, ging es nie um sie. Der Kunde stand im Vordergrund, jede einzelne Minuten lang und sie war nur die hübsche Puppe die zur Verfügung dafür stand, nicht dafür da persönliche Details aus ihren Leben oder gar Gefühle oder Gedanken zu äußern die nicht zu ihrer Arbeit gehörten.
Träume waren eine gefährliche Sache, eine dieser Dinge die ihr vor langer Zeit genommen worden waren auch wenn sie einige noch immer hegte, so tief in ihrer Seele das sie manchmal vergaß das sie exzisierten.
,,Warum?“ Ivores stellte die Frage mit ruhiger und fester Stimme, einer Tonlage die nichts mit der Frau zu tun hatte die sich nach außen hin darstellte wenn sie ihre Maske aufsetzte. Ihr Blick hob sich und sie begegnete den brauen Augen von Fenris, ihre Lippen waren noch immer fest aufeinander gepresst ,,Warum willst du etwas darüber wissen, ich habe keine Träume, keine Vorstellen von meinem späteren Leben, diese Dinge sind schon lange verloren gegangen!“ fügte sie nach einem kleinen Augenblick hinzu und ein fast schon harter Ausdruck trat in ihre Augen. Ihr Herz klopfte heftig in ihrer Brust und ihre Hände waren fest in ihrem Schoß zusammengeschlossen, die Finger ineinander verknoten, so stark das ihre Fingerknöchel weiß hervortraten.
In ihrem Bauch bildete sich ein harter Knoten, der sich schmerzhaft zusammenzog als sie spürte wie ihre Kehle eng wurde, als er erneut das Wort ergriff, erneut sie aufforderte das er ihre Träume gerne erfahren würde. Ihre Wände gerieten mit jedem weiteren Herzschlag mehr ins wanken, ihre Wände und Mauern die sie in all den Jahren mühsam und sorgfältig aufgebaut hatte um sich zu schützen um das zu schützen was fast verschwunden war.
Ein Ziegelstein begann zu fallen und bald schlossen sich weitere an je länger sie in seine braunen Augen und die Sanftmut darin sah, sie biss sich auf die Unterlippe und ihre Zähen gruben sich in das verletzliche Fleisch bevor sie sich mit einem Ruck erhob.
Ihre Arme schlangen sich um ihren Oberkörper, der Stoff ihres fließenden Kleides fühlte sich kühl unter ihren Fingerspitzen an, der Stoff reichte ihr nicht einmal zur Mitte der Oberschenkel und gab somit ausreichend Blicke auf das frei was sie zu bieten hatte.
,,Du bist Grausam!“ flüsterte sie leise und wand ihm den Rücken zu, während sie mit brennenden Augen in die Scheiben des Fenster blickte, durch das der Anscheinen von Sonnenstrahlen fiel. Eine Illusion von vielen in diesem Gebäude, wo sie alle als solche verkehrten und sich verkauften für das wenige was sie von dem behalten durften was die Männer für ihre Dienste bezahlten.
Ihr Name der über seine Lippen drang, so sanft fast schon liebevoll klang er in ihren Ohren ließ sie die brennenden Augen schließen.
,,Du bist nicht besser als die Männer die mich schlagen und gefallen darin finden!“ sie wand sich mit einem Ruck um und begegnete seinem Blick, er sah erschrocken ja fast schon schockiert aus über ihre Worte. ,,Was willst du überhaupt von mir, du kommst hier her, mit netten Worten und noch netteren Gesten, bezahlst ein Halbes Vermögen für das beste Pferd im Stall und fickst es dann nicht einmal. Ich bin eine Hure wenn du es vergessen hast und nur dafür bin ich gut, also tue es endlich, bring es hinter dich und geh dann zurück in deine heile Welt!“ stieß sie aus, ihre Fingernägel gruben sich in die Haut ihrer Oberarme, hinterließen kleine, Halbmondförmige Spuren als sie die Hände von ihnen riss.
Ivore wusste das ihre Reaktion, ihr Verhalten unangenehme Konsequenzen haben könnten wenn er sich beschweren würde, aber sie glaubte in diesem Augenblick nicht das er es tun würde, der Ausdruck in seinen Augen als sie sprach sagte es ihr, die Art wie sich seine Kieferlinie anspannte. Dinge die sie in all den Jahren gelernt hatte zu lesen um zu überleben, sie konnte Menschen lesen wie ein offenes Buch, auch wenn sie bei diesem Mann bisher wahrhaftig Schwierigkeiten damit gehabt hatte.
Er erhob sich mit einer fließenden Bewegung und sie wich automatisch zurück, stolperte dabei fast über die hohen Absätze ihrer Schuhe, als sich diese in dem dicken Teppich verfingen, seine Hände waren es die sie vor ihrem Sturz bewahrten.
Der Griff um ihre Oberarme war fest aber nicht schmerzhaft, eine angenehme Wärme ging von seinen Handflächen aus aber das interessierte sie in diesem Augenblick nicht ,,Fass mich nicht an!“ zischte sie und versuchte sich aus seinem Griff zu lösen, aber es gelang ihr nicht.
,,Verschwinde!“ stieß sie hervor und bevor sie wirklich wusste was geschah, hob sie ihre Hand und holte aus. Der Schlag klang ungewohnt laut in ihren Ohren, schien sich dort fast einzubrennen als er durch das Zimmer drang. Ihr Herz setzte einen Schlag aus als ihr bewusst wurde was sie gerade getan hatte, sie lies ihren Arm fallen und blickte ihn mit großen Augen an. In all der Zeit hatte sie sich nie gewährt, nie protestiert und immer gelächelt und innerhalb von wenigen Wochen durchbrach ein Mann ihre Mauern als ob sie Sandstein wären.
,,Non!“ ein Hauchen mehr war es nicht das über ihre Lippen drang als sie ihn anstarrte, unfähig noch weitere Worte zu bilden oder gar noch zu reagieren. Mein Tod, es wird mein Tod sein ...
[Bild: ivoireavatarp4kkw.png]
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