09.09.2022, 19:34
Von Silbernen Wölfen und schillernden Kolibris
Die Hitze Sardiniens schlug ihm ins Gesicht als er sich hinter der Magisch gezogenen Grenze materialisierte. Die Wut in seinem Bauch war kaum weniger geworden als er die Magische Grenze passierte und die Schutzauber auf seiner Haut zu kribbeln begannen, er schüttelte sie ab wie eine lästige Fliege.
Fenris würde sich wieder in England einfinden, eine andere Möglichkeit würde es nicht geben, nicht wenn sie riskieren wollten das eine ihrer Tarnung aufflog und nur weil diese übereifrige Frau nicht lang genug nachgedacht hatte. Dayita war oftmals viel zu impulsiv als für sie selbst gut war, eine Eigenschaft die er bisher immer als erfrischend bezeichnet hatte, in diesem Augenblick wollte er nichts mehr als die Frau ins nächste Jahrhundert verfluchen.
Kies knirschte unter seinen Schuhen als er die gepflegten Rasenflächen überquerte und den Weg einschlug der zu der breiten Treppen führte die ihn ins Innere des Anwesens lassen würde.
Die Temperaturen in dem Südlichen Land waren gänzlich anders als die in England, dort mochte es aktuell auch angenehm warm sein aber sie konnten nicht mit den über dreißig Grad mithalten, selbst wenn das Meer etwas Abkühlung verbracht.
Den Mantel den er getragen hatte, ließ er von seinen Schultern gleiten und legte ihn über seinen Arm, seine Schritte waren schnell und sicher, er kannte seinen Weg war schon ein paar Dutzend Male in dem Anwesen gewesen.
Eine Bewegung hinter den großen Fenstern zog seine Aufmerksamkeit auf sich. Graue Augen fanden Augenblicklich die schlanke Gestalt einer Frau hinter der Glasscheibe. Selbst über die Entfernung hinweg konnte er das ungewöhnliche Blau ihrer Augen wahrnehmen, das Helle Blond ihres Haars wurde von der Sonne reflektiert, seine Mine wurde finsterer. Ihm war sofort klar gewesen das Fenris Aufenthalte in dem Bordell mehr waren als nur reine Informationsbeschaffung. Das er sich dabei anscheinend um eine der dortigen Huren mehr bemüht hatte als eigentlich gefordert, hatte ihn nie wirklich gestört. Nikolaij störte es erst wenn sie den Mann von seinen Aufgaben abhielt und das tat sie aktuell definitiv.
Mit wenigen Schritten erklomm er die Stufen zur großen Eingangstür, mit einem Schwung seines Zauberstabes öffnete sie sich und ließ ihn ein. Die Kühle die ihn dort Augenblicklich empfing war eine Regelrechte Erleichterung im Gegensatz zu der drückenden Hitze im Außenbereich.
Nikolaij wartete nicht sondern schlug sofort den Weg zu dem Arbeitszimmer von Fenris ein, der Mann würde wahrscheinlich nirgendwo anders sein, er kannte den Dunkelhaarigen mittlerweile ausgesprochen gut.
Nikolaij stieß die geschlossene Zimmertür mit einem Stoß auf, sie schlug mit einem dumpfen Laut gegen die Wand und erschreckte den Mann der an einem dunklen Schreibtisch saß. Nikolaij scherte sich nicht im Höflichkeiten, nicht wenn seine Wut gefährlich unter seiner Haut brodelte und er nichts lieber wollte als Fenris an seinen Haaren zurück nach England zu schleifen. ,,Die Flitterwochen sind vorbei, du wirst noch heute mit mir zurück nach England kommen!“ eröffnete der großgewachsene Russe dem anderen Mann und blieb wenige Meter vor seinem Schreibtisch entfernt stehen. Seine eigentliche Gefühlslage war nicht abzuschätzen, er verbarg alles hinter einer kühlen Maske aus Gleichgültigkeit, in seiner Stimme schwang sie trotzdem unterdrückt mit auch wenn er sie nicht erhob, ganz im Gegenteil.
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